US-Präsident Donald Trump hat am Montag auf Truth Social verkündet, dass Indiens Ministerpräsident Narendra Modi zugestimmt habe, kein russisches Öl mehr zu kaufen. Stattdessen solle Indien künftig deutlich mehr Öl aus den Vereinigten Staaten und möglicherweise auch aus Venezuela beziehen. Die Ankündigung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Russlands Öl- und Gaseinnahmen bereits um knapp 24 Prozent gegenüber 2024 eingebrochen sind.
Trump schrieb auf seiner Plattform, Modi habe sich verpflichtet, den «Kauf von russischem Öl einzustellen und stattdessen viel mehr Öl aus den Vereinigten Staaten und möglicherweise auch aus Venezuela zu kaufen». Zugleich verkündete der US-Präsident eine Lösung im Zollstreit zwischen Washington und Neu-Delhi: Die Strafzölle auf indische Exporte wurden von 50 auf 18 Prozent gesenkt.
Modi bedankte sich auf der Plattform X für den niedrigeren Zollsatz. Zur Zukunft der russischen Ölimporte oder Details des angeblichen Abkommens äußerte sich der indische Regierungschef jedoch nicht.
Auch aus Moskau kam keine Bestätigung. Kremlsprecher Dmitrij Peskow erklärte am Dienstag, dass keine offizielle Stellungnahme aus Indien zu Ölkäufen eingegangen sei. Indien will eine Stärkung der Moskau-Peking-Achse verhindern und Russland als Partner erhalten.
Indien kauft bereits weniger russisches Öl
Die indischen Importe russischen Öls sind bereits deutlich zurückgegangen. Im Januar kaufte Indien durchschnittlich 1,2 Millionen Barrel pro Tag – im Juni 2024 waren es noch zwei Millionen Barrel täglich gewesen. Im Dezember lagen die Käufe knapp 30 Prozent unter denen vom November.
Dabei hatte Modi die Beziehungen zu Russland erst im Dezember bei einem Besuch von Präsident Wladimir Putin in Moskau als beständig wie ein «Polarstern» bezeichnet. Die Politik ist für Indien heikel: 270 Millionen Inder arbeiten in der Landwirtschaft, weshalb eine Marktliberalisierung für Agrarprodukte politisch sensibel ist.
Russlands Budget gerät unter Druck
Der Rückgang der Ölkäufe trifft Russland hart. Die Öl- und Gaseinnahmen sind um knapp 24 Prozent gefallen, während der russische Staatshaushalt auf einem Ölpreis von 59 Dollar je Barrel basiert. Zu Jahresbeginn lag der Preis für russisches Urals-Öl jedoch bei nur rund 35 Dollar je Barrel.
Die Sanktionen gegen die russischen Ölexporteure Rosneft und Lukoil sowie das Vorgehen der amerikanischen Küstenwache gegen die «Schattenflotte» zwingen Käufer, höhere Rabatte zu verlangen. Putin hatte bereits im Sommer 2023 erklärt, Russland bewege sich weg von der «Öl-Nadel».
Um die Haushaltslücke zu schließen, hat Moskau die Mehrwertsteuer von 20 auf 22 Prozent erhöht und Steuern auf Einkommen sowie Unternehmensgewinne angehoben. Der hohe Leitzins von 16 Prozent bremst Investitionen und Konsum in zivilen Sektoren. Nur die Rüstungsproduktion wächst noch.
Venezuela-Öl erschwert Trumps Pläne
Trumps Strategie wird durch eine unerwartete Komplikation erschwert: Die US-Ölexporte aus Venezuela haben sich im Januar auf 284.000 Barrel pro Tag nahezu verdreifacht. Dies folgt einem Lieferabkommen über zwei Milliarden Dollar zwischen Washington und der venezolanischen Interimspräsidentin Delcy Rodriguez, nachdem US-Spezialkräfte im vergangenen Monat Präsident Nicolas Maduro in Caracas verhaftet hatten.
Das venezolanische Schweröl überschwemmt nun den US-Markt und sorgt für Preisdruck. Raffinerien an der US-Golfküste beklagen, dass venezolanisches Öl mit einem Abschlag von etwa 9,50 Dollar pro Barrel zur Nordsee-Sorte Brent zu teuer sei – kanadisches WCS-Öl wird mit einem Abschlag von rund 10,25 Dollar gehandelt.
Handelshäuser wie Vitol und Trafigura haben Schwierigkeiten, Abnehmer zu finden. Ein Händler beschrieb die Lage: «Wir stehen alle vor dem Problem, dass es mehr Angebot als Abnehmer gibt.» Indiens Reliance Industries erwägt zwar Importe aus den USA und möglicherweise Venezuela – die schwache Nachfrage verkompliziert jedoch Trumps Pläne.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.








