Am Leibniz-Rechenzentrum der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in Garching bei München ist ein neuer Quantencomputer offiziell in Betrieb genommen worden. Das System namens Euro-Q-Exa ist eines von sechs Quantensystemen, die im Rahmen eines EU-Projekts in europäische Hochleistungsrechner integriert werden. Die EU will sich damit eine führende globale Position in der Quantentechnologie sichern und eigene Rechenkapazitäten in dieser Schlüsseltechnologie aufbauen.
Der Quantencomputer verfügt über 54 Quantenbits, sogenannte Qubits, und wurde in den Supercomputer SuperMUC-NG integriert. Um die sensiblen Recheneinheiten zu stabilisieren, wird das System auf unter minus 273 Grad Celsius gekühlt – kälter als der Weltraum mit etwa minus 270 Grad. Die Technologie stammt von IQM Quantum Computer, einem deutsch-finnischen Start-up, das aus der finnischen Aalto-Universität hervorgegangen ist.
Finanzierung und Ausbau
Das Gesamtsystem kostete 25 Millionen Euro. Der Bund steuerte zwölf Millionen Euro bei, die Europäische Union zehn Millionen und der Freistaat Bayern drei Millionen. Das Bundesforschungsministerium finanziert zusätzlich das notwendige Personal und Material. Noch in diesem Jahr soll Euro-Q-Exa durch einen weiteren Quantencomputer mit rund 150 Qubits ergänzt werden.
Statements zur Bedeutung
Dieter Kranzlmüller, Leiter des Leibniz-Rechenzentrums, betonte die Möglichkeiten des Systems: «Mit Euro-Q-Exa verbinden wir die Stärken des Quanten- mit denen des Supercomputings. Forschende erhalten damit die Möglichkeit, neue Ansätze zu erproben, wegweisende Berechnungen umzusetzen und somit neue wissenschaftliche Dimensionen zu erschließen.»
Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) erklärte: «Ganz im Sinne der Hightech Agenda Deutschland werden wir so zum Top-Technologieland in der Schlüsseltechnologie Quantentechnologien.» Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume (CSU) unterstrich die europäische Dimension: «Projekte wie dieses zeigen, dass Bayern bereit ist, Verantwortung für Europas digitale Zukunft zu übernehmen.»
Anders Jensen, Geschäftsführer der EuroHPC Joint Undertaking, die die Quantensysteme für Europa beschafft, bezeichnete das System als Meilenstein auf dem Weg zu einer erstklassigen europäischen Quantencomputing-Infrastruktur. Bei der Eröffnung war auch EU-Vizepräsidentin Henna Virkkunen aus Finnland anwesend.
Quantencomputer können komplexe Rechenaufgaben in verschiedenen Bereichen wie Handel, Logistik, Finanzen und Mikrochip-Design lösen. Beispielsweise lassen sich damit effiziente Verbindungen zwischen Standorten berechnen: Während zehn Orte Millionen Möglichkeiten ergeben, entstehen bei 58 Orten eine Tredezillion Varianten – eine Zahl mit 78 Stellen.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.







