Cochrane-Studie: Intervallfasten bringt kaum Vorteile beim Abnehmen

upday.com 3 godzin temu
Intervallfasten ist einer neuen Übersichtsarbeit zufolge womöglich weniger effektiv als vielfach angenommen. Pia Bayer/dpa/dpa-tmn

Eine neue Übersichtsstudie der britischen Organisation Cochrane stellt den Hype ums Intervallfasten in Frage. 22 Studien mit fast 2.000 Teilnehmern zeigen: Intervallfasten ist beim Abnehmen wahrscheinlich nicht effektiver als andere Diätformen. Allerdings bleiben die Ergebnisse sehr unsicher.

Das Forscherteam um Luis Garegnani vom Universidad Hospital Italiano in Buenos Aires wertete Studien aus Nordamerika, Europa, China, Australien und Südamerika aus. Das Fazit: Intervallfasten zeigte beim Gewichtsverlust keine besseren oder nur minimal bessere Effekte als andere Methoden. Auch die Lebensqualität verbesserte sich nicht spürbar.

Garegnani betont: «Intermittierendes Fasten mag für manche Menschen eine sinnvolle Option sein, doch die derzeitige Studienlage rechtfertigt nicht die Begeisterung, die wir in den sozialen Medien beobachten.» Jörg Meerpohl, Direktor von Cochrane Deutschland am Universitätsklinikum Freiburg, ergänzt: «Es handelt sich dabei bislang nur um Hinweise, nicht um einen Beweis – das heißt, wir können die Wirksamkeit von Intervallfasten noch nicht mit ausreichender Sicherheit beurteilen.»

Methodische Schwächen und fehlende Langzeitdaten

Stefan Kabisch von der Charité in Berlin kritisiert die Studienlage scharf. Ein merklicher Gewichtsverlust trat typischerweise nur im Vergleich zu keiner Ernährungsumstellung auf. Die Gesamtlage bleibt unsicher, weil es sehr viele verschiedene Intervallfasten-Varianten gibt, die Teilnehmerzahlen klein sind und Daten fehlen. «Die gesamte Studienlage beinhaltet also dutzende Spielarten des Intervallfastens, die man nicht in einen Topf werfen sollte», so Kabisch.

Besonders problematisch: «Langzeitdaten, wie Studien von mehr als zwei Jahren Dauer, existieren praktisch gar nicht», erklärt der Charité-Experte. Sein Urteil ist eindeutig: «Der Hype um Intervallfasten war zu keiner Zeit von überzeugenden Humanstudien untermauert, sondern verfrüht bis ungerechtfertigt.»

Extreme Unterschiede zwischen Studien

Annette Schürmann vom Deutschen Zentrum für Diabetesforschung weist auf die extreme Heterogenität der ausgewerteten Studien hin – sowohl bei den Teilnehmern als auch bei den Fastenformen. Daraus lasse sich nicht ableiten, dass Intervallfasten generell keinen besseren Effekt für den Gewichtsverlust habe. Tierstudien zeigten zudem positive Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel.

Die Cochrane-Analyse stellt klar: «Gewichtsverlust bleibt die wichtigste Strategie, um gesundheitliche Risiken und gesellschaftliche Folgen von Übergewicht und Adipositas zu reduzieren.» Mitautorin Eva Madrid von der Universidad de Valparaíso in Chile räumt aber ein, dass eine allgemeine Empfehlung für eine spezifische Maßnahme aufgrund der aktuellen Studienlage schwierig sei.

Hintergrund: Milliarden Menschen betroffen

Laut Weltgesundheitsorganisation litten 2022 weltweit 2,5 Milliarden Menschen an Übergewicht – 43 Prozent aller Erwachsenen ab 18 Jahren. 890 Millionen Menschen galten als adipös, also fettleibig. Zu den bekanntesten Intervallfasten-Varianten zählen die 8:16-Methode mit acht Stunden Essen und 16 Stunden Fasten, die 5:2-Methode mit fünf normalen Tagen und zwei Fastentagen sowie das Alternate Day Fasting mit Fasten an jedem zweiten Tag.

Die neue Datenlage legt nahe: Wer abnehmen und seine Gesundheit verbessern möchte, sollte die bevorzugte Methode wählen – idealerweise mit ärztlicher Beratung und Unterstützung. Entscheidend ist, dass die gewählte Methode langfristig durchgehalten werden kann.

Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.

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