Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk hat Anleger am Dienstag mit einer unerwartet pessimistischen Prognose für 2026 schockiert. Das Unternehmen rechnet mit einem Umsatz- und Gewinnrückgang von fünf bis 13 Prozent zu konstanten Wechselkursen. Die in den USA gelistete Aktie stürzte nach Börsenschluss in Europa um fast 15 Prozent ab.
Die Ankündigung trifft die Märkte hart. Im Vorjahr hatte Novo Nordisk noch ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von zehn Prozent verzeichnet. Analysten hatten für 2026 im Schnitt nur einen Rückgang von rund zwei Prozent erwartet. Portfoliomanager Markus Manns von Union Investment kommentierte: «Novo hat eine schockierende Prognose für 2026 vorgelegt.» Er ergänzte: «Einen zweistelligen Gewinnrückgang hatte niemand auf dem Zettel.»
Novo Nordisk stellt das Abnehm-Medikament Wegovy und das Diabetes-Mittel Ozempic her, beide mit dem Wirkstoff Semaglutid. Seit der Einführung von Wegovy im Jahr 2021 hatte das Unternehmen jahrelang zweistellige Wachstumsraten erzielt und stieg 2024 sogar zum wertvollsten börsennotierten Unternehmen Europas auf. Doch mittlerweile hat der US-Konkurrent Eli Lilly mit seinem Produkt Zepbound die Führungsposition im Markt für Adipositas-Medikamente übernommen.
Preisdruck und auslaufende Patente
Als Gründe für den erwarteten Rückgang nennt Novo Nordisk niedrigere Preise besonders im wichtigen US-Markt, scharfe Konkurrenz und das Auslaufen von Patenten für den Wirkstoff Semaglutid außerhalb der USA. Der politische Preisdruck in den USA unter Präsident Donald Trump verschärft die Situation zusätzlich.
Das Unternehmen richtet sich strategisch neu aus. Der neue Konzernchef Mike Doustdar setzt auf die neu eingeführte Wegovy-Pille und eine Werbeoffensive. Er erklärte: «Wir sind sehr ermutigt durch die vielversprechende frühe Akzeptanz bei der Einführung der Wegovy-Pille in den USA.»
Zudem strukturiert Novo Nordisk das Management um – der Chef des US-Geschäfts und der Leiter der Produktstrategie verlassen das Unternehmen.
Gesamter Markt unter Druck
Die negative Prognose belastet nicht nur Novo Nordisk selbst, sondern den gesamten Sektor. Die Aktien anderer Hersteller von Adipositas-Medikamenten wie Eli Lilly, Structure Therapeutics und Altimmune fielen ebenfalls. Analysten haben ihre Erwartungen für das Marktvolumen bei Adipositas-Medikamenten bis 2030 deutlich nach unten korrigiert – von zuvor 150 Milliarden Dollar auf nun 80 bis 105 Milliarden Dollar.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt.













